Vernetzt Denken.
Gemeinsam handeln.
Digital versorgen.
Digital by Design ist der Einstieg in die digitale Gesundheitsregion Lausitz.
Versorgung, Forschung, Daten und Technologie wachsen zu einer gemeinsamen Plattformstrategie zusammen — für Bürgerinnen und Bürger, Fachkräfte, Partner und eine Region, die moderne Medizin nicht nur nachholt, sondern neu denkt.
Unsere Digitalstrategie
Mit den Leitplanken der Digitalstrategie sollen bis 2030 Versorgung, Forschung, Lehre und Verwaltung stärker datenbasiert und miteinander vernetzt werden. Damit reagiert die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL–CT) insbesondere auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel, demografischen Wandel und lange Versorgungswege in der Lausitz.
Ein Schwerpunkt ist hierbei die Entwicklung der Lausitz zu einer Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung. Geplant sind unter anderem ein regionaler Gesundheitsdatenraum, eine gemeinsame Datenaustauschplattform („Lausitz Spine“), ein Gesundheitsportal, telemedizinische Angebote und die sichere Einbindung der elektronischen Patientenakte. Digitale Versorgung soll dadurch sektorübergreifend und näher am Wohnort möglich werden, beispielsweise durch Hospital@Home, digitale Nachsorge oder mobile Gesundheits- und Präventionsangebote.
Auf dem Klinikcampus sollen moderne Krankenhausinformationssysteme, vernetzte Medizingeräte, KI-gestützte Entscheidungsunterstützung, Robotik und ein digitales Klinikkoordinationszentrum die Behandlungsqualität verbessern und Mitarbeitende entlasten. Forschungsergebnisse sollen über das Prinzip „From Bits to Bedside“ schneller in den Versorgungsalltag überführt werden.
Auch Lehre und Verwaltung werden digital aufgebaut: vorgesehen sind digitale Lern- und Campusmanagementsysteme, virtuelle Simulationen, KI-Lernangebote, eine papierlose Verwaltung, digitale Signaturen, automatisierte Arbeitsabläufe sowie neue Personal- und Finanzsysteme. Grundlage dafür ist eine skalierbare Cloud- und Plattforminfrastruktur mit offenen Standards, Single-Sign-On und hohen Anforderungen an Datenschutz, Ausfallsicherheit und Cybersicherheit.
Essenziell für den Erfolg sind klare Entscheidungsstrukturen, Projekt- und Ressourcenmanagement, qualifiziertes Personal, externe Kooperationen und eine aktive Begleitung aller Beschäftigten. Die MUL–CT hat aktuell rund 4.200 Beschäftigte und plant einen erheblichen Ausbau von Personal, Forschung und Studienangeboten und steht somit mitten im Transformationsprozess.
Detaillierte Informationen zu den einzelnen Themenbereichen der Strategie sowie zu den Maßnahmen, die in den kommenden Jahren konkret umgesetzt werden sollen, sind unter dem Reiter „Strategie“ zu finden.
Ein Überblick
Was bedeutet die Digitalstrategie konkret für die Menschen in der Lausitz? Der Überblick erleichtert den Einstieg über die wichtigsten Fragen zu Gesundheitsversorgung, Forschung, Verwaltung, Datensicherheit und Umsetzung.

Warum braucht die Lausitz eine Digitalstrategie?

Wie wird die digitale Gesundheitsversorgung in der Lausitz zukünftig aussehen?

Wie schaffen es Innovationen schneller in die medizinische Versorgung?

Wie verändert sich meine Behandlung im Krankenhaus?

Was nützt mir digitale Forschung?

Wie sieht digital studieren an der MUL–CT aus?

Warum muss Verwaltung digitaler werden?

Sind meine medizinischen Daten sicher?

Wer ist für die Umsetzung verantwortlich?
- Warum eine Digitalstrategie?
- Eine Analyse des Handlungsrahmens
- Zielbild für die Digitalisierung der MUL – CT
- Die Lausitz als Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland
- Der Innovationsraum für digitale Technologien in der Gesundheitsversorgung in Deutschland
- Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung auf dem Kerncampus
- Digitalisierung in der Forschung – Inhaltlicher Schwerpunkt und Gelingensfaktor
- Aufbau der Lehre – konsequent digital
- Digitalisierung der Verwaltungsprozesse für mehr Effizienz
- Eine leistungsfähige und sichere IT-Infrastruktur
- Realisierungskompetenzen als Fundament für die Umsetzung der DigitalstrategieRealisierungskompetenzen
- Die MUL–CT in Zahlen
- Impressum
Warum eine Digitalstrategie?
Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem versteht Digitalisierung als grundlegendes Gestaltungsprinzip ihrer Entwicklung. Als erste staatliche Universitätsmedizin Brandenburgs und jüngste Universitätsmedizin Deutschlands ist sie mit dem Auftrag verbunden, neue Impulse für Forschung, Lehre, Patientenversorgung und die Modellregion Gesundheit Lausitz zu setzen. Digitalisierung ist dabei kein ergänzendes Zukunftsthema, sondern Teil der institutionellen DNA der MUL – CT: Sie ist als eigenes Vorstandsressort verankert und bildet einen zentralen Schwerpunkt für den Aufbau moderner, datenbasierter und vernetzter Versorgungsmodelle.
Die Digitalstrategie beschreibt, wie die MUL – CT diesen Anspruch in den kommenden Jahren konkret ausgestaltet. Sie setzt Prioritäten, bündelt Ressourcen und verbindet ein langfristiges Zielbild mit umsetzbaren Handlungsfeldern, messbaren Meilensteinen und einer Roadmap bis 2030. Damit schafft sie Orientierung für Politik, Gesellschaft, Mitarbeitende, Partner und die interessierte Öffentlichkeit.
Eine Analyse des Handlungsrahmens
Ausgangspunkt der Strategie ist die besondere Situation der Lausitz. Die Region steht vor tiefgreifenden Veränderungen: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, längere Wege zur medizinischen Versorgung und ein wachsender Bedarf an Pflege, Prävention und sektorenübergreifender Zusammenarbeit prägen den Handlungsrahmen. Die MUL – CT hat den Auftrag, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und die gesundheitliche Versorgung der Menschen in der Region nachhaltig zu verbessern.
Die Umsetzung der hier beschriebenen Digitalstrategie unterliegt Risiken, die aktiv gesteuert werden müssen. Dazu gehören insbesondere die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte für IT und Digitalisierung in einem bundesweit angespannten Personalmarkt, die Abhängigkeit von finanzieller Unterstützung, die technische und organisatorische Komplexität der gleichzeitigen Umsetzung zahlreicher Vorhaben bei laufendem Klinikbetrieb sowie die Gewährleistung der Informationssicherheit während der besonders sensiblen Transformationsphase. Die MUL – CT begegnet diesen Herausforderungen mit Bewusstsein und Voraussicht. Sie sind fester Bestandteil der Digitalstrategie und des laufenden Managements.
SWOT Inhalte: Ausgangsbasis für die Digitalstrategie (Stand: Q1/2026)
MUL – CT intern:
- Starker, langfristiger Gestaltungsauftrag für Digitalisierung – digital-by-design durch Gründungsauftrag
- Integrationsmodell als Grundlage für Digitalisierung aus einer Hand
- Mandat für und Zugang zur Modellregion als Grundlage eines Ökosystems für den Digitalisierungsauftrag (Partner/reale Versorgungssituation, Netzwerk)
- Aussicht auf gute Ausstattung mit finanziellen Ressourcen
- Beschäftigte mit hoher Qualifikation und starker Motivation
- Bündelung von Verantwortung und Ressourcen im Vorstandsressort Digitalisierung
- Handlungsspielraum durch Aufbruch-/Gründungssituation, z.T. Greenfield-Situation
- Gutes Fundament durch geleistete Vorarbeiten, vor allem in der IT-Infrastruktur und der Aufbauorganisation
- Etablierte und sich dynamisch entwickelnde Industriepartnerschaften
- Erschwerte Priorisierung durch hohe organisatorische Komplexität und Gleichzeitigkeit von großen Themen insgesamt (u.a. Bauvorhaben, Studienstart, Aufbau Forschungsinfrastruktur)
- Regulatorik der zugewiesenen Fördermittel erschwert Wachstum (u.a. befristete Mittelzuweisung; Befristung von Stellen)
- Unverbundene und nicht standardisierte Systeme und Prozesse im klinischen und nicht klinischen Bereich, fehlende Schnittstellen, z.T. Insellösungen ohne strukturierten Datenaustausch; Leerstellen in Systemlandschaft
- Internes Akzeptanzproblem für Umbau von Systemen und Infrastruktur während des laufenden Betriebs
- Grenzen der Umsetzungsstärke durch dynamischen Anpassungsbedarf in Bezug auf strategische Prioritäten, Entscheidungs-Governance, Ressourcen und Multi-Projekt-Portfolio-Management
- Transformation vom kommunalen Maximalversorger zur Universitätsmedizin – zu geringe Geschwindigkeit für nötigen Auf- und Umbau
Externe Einflussfaktoren:
- Unterstützung durch Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft für Veränderung durch Digitalisierung und Aussicht auf weitere Fördermittel
- Handlungsdruck, Innovationsbereitschaft und Netzwerkeffekte in der Region durch hohen Bedarf und hohe Bereitschaft für gemeinsame Lösungen
- Perspektive auf regulatorische Gestaltungsspielräume
- Rasche Entwicklung neuer, digital gestützter Technologien (u.a. Agentic AI, Data Center, Cloud, Plattformtechnologien)
- Rückenwind für digitale Themen im deutschen Gesundheitssystem (Gesetze, Fördermittel, Akzeptanz)
- Hohes Interesse von weiteren Partnern aus Privatwirtschaft und Industrie mit Aussicht auf mögliche Investitionen
- Hohe Erwartungen aus Politik und Gesellschaft versus interne Umsetzungsrealität
- Unzureichende Nachhaltigkeit im Aufbau der Digitalisierung, u.a. durch Abhängigkeit von politischer Agenda, Grenzen der Fördermittel und kurze Investitionszyklen von Industriepartnern
- Auswirkungen von geopolitischen Risiken auf Partnermanagement und Nutzbarkeit digitaler Innovationen
- Abhängigkeit von Industriepartnern (Vendor-Lock-in) und Auswirkungen auf eigene Wirtschaftlichkeit und Innovationskraft
- Organisatorische Grenzen der Größe der Organisation angesichts weiter steigender Komplexität der Technologien
- Steigende Bedrohungslage durch Themen im Bereich IT-Security und Anforderungen an Business Continuity
Zielbild für die Digitalisierung der MUL – CT
In der Gesamtschau ihrer Aufgabenfelder, der darin formulierten Ziele und der vorhandenen sowie in Aussicht gestellten Ressourcen steht die MUL – CT als Gesamteinrichtung vor allem in einem Wettbewerb um Relevanz, unter anderem:
für das Land Brandenburg mit dem Auftrag, einen Beitrag zur öffentlichen Gesundheitsversorgung, zum Wirtschaftsstandort Brandenburg, zur Bewältigung des Strukturwandels und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leisten;
für die Menschen in der Lausitz mit dem konkreten Ziel, die Gesundheitsversorgung spürbar zu verbessern und zur Lebensqualität beizutragen;
für die Landschaft der deutschen Universitätsmedizin mit dem Anspruch, in einzigartiger Weise zum Fortschritt in den Gesundheitswissenschaften beizutragen.
Mit dieser Systemrelevanz wird langfristig das übergeordnete strategische Ziel verknüpft, exzellentes Personal für die MUL – CT zu begeistern und über die in Aussicht gestellte Anschubfinanzierung 2038 hinaus ausreichende Landes- und Fördermittel zu sichern.
Die Digitalisierung wurde in all diese Aufgabenfelder von Anfang an mit eingewoben (digital-by-design) und gestaltet sich innerhalb des folgenden Zielbilds:
Wir entwickeln mit der Digitalisierung die medizinische Versorgung der Zukunft. Dafür helfen wir, durch digitale Technologien die Grenzen der Versorgungssektoren zu überwinden. Unsere Lösungen sind am Versorgungsbedarf der Menschen der Lausitz (Medical Need) ausgerichtet und umfassen das gesamte Spektrum der Gesunderhaltung und Gesundwerdung: von personalisierten Präventionsangeboten bis zur Steigerung von Qualität und Sicherheit auf allen Versorgungsstufen, von digitalen Lösungen im Alltag der Menschen über ambulante Leistungen bis hin zu stationären Angeboten. Wir bringen durch digitale Technologien hochwertige medizinische Versorgung in die Fläche und zum Teil bis nach Hause. Wir vereinfachen den Kontakt zwischen medizinischen Fachpersonen sowie Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrer physischen Ortsbindung. Dafür stellen wir robuste und sichere digitale Technologien bereit. Wir machen damit hochwertige Expertise und Infrastruktur für mehr Menschen in der Lausitz zugänglich. Wir entwickeln und bieten sichere Plattformen für die Versorger sowie die Bürgerinnen und Bürger der Lausitz, um aus strukturierten Daten personalisierte Mehrwerte für eine bessere Gesundheitsversorgung zu generieren – sicher, geschützt und effizient.

Digital vernetzte Medizin über die Sektorengrenzen hinweg
Wir denken Digitalisierung von Grund auf bei allen Prozessen und Strukturen des universitären Betriebs mit. Als erste Universitätsmedizin Deutschlands ist die MUL – CT digital-by-design: Digitalisierung ist hier Gründungsprinzip, markiert durch ein eigenes Vorstandsressort und einen gesetzlich verankerten Forschungsschwerpunkt. Auf Basis der mit unserer Gründung vorgegebenen Ziele werden wir dies als Differenzierung für die gesamte MUL – CT nutzen. Mit der Digitalisierung verstärken wir unsere Differenzierungsmerkmale in all unseren Aufgabengebieten: von der Forschung über die Lehre und die Patientenversorgung bis hin zum Auf- und Ausbau der Modellregion. Wir liefern Mehrwerte, indem wir die Aufgabengebiete in einzigartiger Weise miteinander verschränken: So machen wir über sichere Technologien unter anderem Daten aus der täglichen Versorgung für die Forschung nutzbar, bieten unseren Studierenden eine Ausbildung für die digital gestützte Gesundheitsversorgung von morgen an und überführen innovative, digital gestützte Versorgungsformen aus der Wissenschaft in die Realität der Modellregion. Mit digitalen Technologien ermöglichen wir den Aufbau unserer beiden Forschungsschwerpunkte. Wir schaffen die technologischen Grundlagen, damit die MUL – CT die nächsten digitalen Technologiewellen wie KI und Robotik nutzen und den Fortschritt mitgestalten kann. Mit dem Spirit digitaler Innovationszyklen prägen wir den Betrieb der jüngsten Universitätsmedizin Deutschlands – schnell, explorativ und mutig.

Aufgabenfelder der MUL – CT – digital-by-design
Wir machen digitalen Fortschritt für die Gesunderhaltung und die Gesundwerdung nutzbar. Wir übernehmen eine Vorreiterrolle für die Digitale Translation im Gesundheitswesen. From Bits to Bedside: Wir helfen mit, dass aus innovativen digitalen Ideen robuste und verlässliche Versorgungsformen werden, und bauen einen der fortschrittlichsten Innovationsräume für die sichere und geschützte Erprobung digitaler Applikationen, digital gestützte Entscheidungssysteme und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Versorgungsbedarfe werden als Anwendungsfälle und Forschungsfragen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und unsere in der Region verankerten Partnerinnen und Partner aus der Wirtschaft zurückgespielt (bidirektionale Translationsleistung). Dafür setzen wir auf Plattformlösungen und cloudbasierte Infrastruktur. Unser Wirkungsfeld bietet unseren Partnern einzigartige Zugänge zu realen Daten und einen verlässlichen regulatorischen Rahmen. Den Bürgerinnen und Bürgern der Lausitz bieten wir weltweite Innovationen – qualitätsgeprüft, evidenzbasiert und datenschutzkonform.
Für die Realisierung des Zielbildes wurden zwei Bereiche für eine langfristig starke Differenzierung der MUL – CT identifiziert: der Ausbau der Modellregion und der Aufbau eines Inkubators für innovative Technologien. Parallel wird der digitale Aufbau der MUL – CT in fünf Handlungsfeldern vorangetrieben. Zusammengenommen setzen diese beiden Differenzierungsbereiche und die fünf Handlungsfelder das beschriebene Zielbild um.

From Bits to Bedside
Die Lausitz als Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland
Mit der Benennung als Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem hat das Land Brandenburg bereits die Alleinstellung unterstrichen: Die MUL – CT ist die Universitätsmedizin einer ganzen Region. Mit ihrem Auftrag, systemrelevante Koordinierungs- und Innovationsaufgaben an der Schnittstelle von Wissenschafts- und Gesundheitssystem (§ 2 BbgUniMedG) zu übernehmen, hat sie einen Gestaltungsauftrag für die Gesundheitsversorgung der Lausitz erhalten. Damit wurde die Grundlage für eine starke Differenzierung in allen Bereichen der MUL – CT gelegt. Mit der Modellregion Lausitz erhält die Forschung Zugang zu einem einmalig umfassenden Datenraum und Möglichkeiten zur Entwicklung von Versorgungsformen. Sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch das Gesundheitsfachpersonal können sektorenübergreifend Patientinnen und Patienten versorgen, und bereits in der Lehre kann die Ausbildung nah an moderner, regional verteilter Versorgungsrealität praktiziert werden. Der Digitalisierung kommt dabei auf verschiedenen Ebenen die Rolle eines zentralen Scharniers zu, um diesen Anspruch operativ umzusetzen und zugleich eigene Entwicklung im Bereich der digitalen Gesundheitsversorgung voranzutreiben. Sie ermöglicht beispielsweise den Aufbau von Netzwerken zwischen Akteuren, die Realisierung neuer, moderner Versorgungsformen im ländlichen Raum und die Ausgestaltung von Präventionskonzepten über einzelne Einrichtungen hinaus. Mit digitalen Technologien wie KI wird sie selbst zu einem Instrument in Diagnostik und Therapie.
Digitalisierung unterstützt dabei das Zukunftsbild der Gesundheitsversorgung der MUL – CT für die Modellregion. Versorgung findet entlang von Patientenpfaden interdisziplinär und interprofessionell nah an der Lebensrealität der Menschen in der Lausitz statt. Dafür werden die Sektorengrenzen und die Grenzen klassischer Berufsbilder überwunden. Prävention und Nachsorge sind vollumfassend in den Gesundheitsauftrag integriert. Digital gestützte Versorgungsformen im häuslichen und pflegerischen Umfeld, wie beispielsweise Hospital@Home, Health-Tracker, Virtual Nursing oder mobile Health-Trucks, sind eng mit ambulanten und stationären Versorgungsformen verzahnt. Kostenintensive Infrastruktur und Ressourcen – wie Intensiv- und OP-Kapazitäten – werden vor allem zentral vorgehalten und zielgerichtet eingesetzt. Digitale Plattformen und Datenströme verbinden die medizinische und pflegerische Versorgung in der Region zu einer ganzheitlichen Gesundheitsleistung für die Menschen in der Lausitz.

Digital gestützte Gesundheitsversorgung der Zukunft für die Lausitz
Maßgeblich für die konkrete Ausgestaltung der Digitalisierung der Modellregion ist der Innovations- und Netzwerkrat. Er setzt (gemäß § 27 BbgUniMedG) den strategischen Rahmen für die gemeinsamen Projekte, unter anderem auch für die Gestaltung der Versorgung und die Digitalisierung. Die Digitalstrategie bildet das Gerüst für die Erfüllung dieses Mandats. Die Umsetzung mit Bezug auf die konkrete Versorgung der Menschen wird im Auftrag von und in Abstimmung mit dem Innovations- und Netzwerkrat geschehen.
Schichtmodell für Digitalvorhaben der Modellregion
Die Digitalisierung der Modellregion wird entlang von drei Ebenen gedacht: dem Versorgungsbedarf, der daraus abgeleiteten Datensicht und der dafür notwendigen IT-Technologie.
Alle Digitalisierungsvorhaben folgen auf der ersten Ebene den Versorgungsbedarfen der Menschen in der Region (Medical Need). In Abstimmung mit der Medizinstrategie werden unter anderem folgende Versorgungsbedarfe priorisiert:
- Telemedizinische Pfade für chronische Erkrankungen
- Onkologischer Datenverbund inklusive digitaler Tumorboards
- Psychische Gesundheit und digitale Nachsorge
- Pflegeüberleitung, bedarfsgerechte Steuerung und sektorenübergreifende Kommunikation
- Leitstelle-Rettungsdienst-Krankenhaus-Praxis-Verzahnung
Darüber hinaus werden damit Zielstellungen aus Public-Health-Analysen, der Stärkung der Pandemic Preparedness, der Steuerung von Patientinnen und Patienten sowie der Optimierung von Ressourcen der Gesundheitsversorgung unterstützt.
Ziele für einen regulatorisch abgesicherten Experimentierraum
Erprobung neuer digitaler Versorgungsformen, die im Regelsystem noch nicht vorgesehen sind (mit Nachweis zu Mehrwerten)
Testen interoperabler Datenflüsse, alternativer Dokumentationsmodelle und neuer Rollen (digitale Pflege-/Koordinationsdienste)
Evaluierung von KI-gestützten Anwendungen unter kontrollierten Bedingungen
Reibungslose Umsetzung von EHDS- / DigiG- /GDNG- Anforderungen in einer Pilotregion
Für die Digitalisierung werden daraus Anforderungen zur Datenvorhaltung abgeleitet. Die MUL – CT folgt dabei dem langjährigen Aufbauplan zur Entwicklung des Digitalen Leitkrankenhauses. Mit Phase 1 (2021–2026) wurde und wird das technologische Fundament als digitalisierter Maximalversorger gelegt. In der kommenden Phase (2027–2030) wird die MUL – CT zum Plattformanbieter inklusive einer regionalen Interoperabilitätsplattform weiterentwickelt.
Die MUL – CT übernimmt die Rolle eines integrierten Plattformanbieters für die Region. Dies umfasst den Aufbau eines föderierten, interoperablen Gesundheitsdatenraums Lausitz, der Versorgungs-, Forschungs- und Public-Health-Daten verknüpft (One Regional Health Data Space). Dieser folgt offenen Standards wie FHIR, SNOMED CT, ICD, LOINC, OPS und bietet offene Schnittstellen (APIs) für alle Primärsysteme. Diese Integrationsplattform konkurriert nicht mit der elektronischen Patientenakte (ePA) – im Gegenteil: Die ePA ist ein Teil der zentralen longitudinalen Datenbasis. Leistungserbringer in der Lausitz dokumentieren strukturierte Kerninformationen sektorenübergreifend und standardisiert in der ePA (ePA First). Die MUL – CT plant, ein zentrales Gesundheitsportal als digitale Eingangstür für die Modellregion zur Verfügung zu stellen. Patientinnen und Patienten behalten dabei volle Kontrolle über den Schutz ihrer Daten (Patient in Control), unter anderem durch transparente Einwilligungsverfahren, einsehbare Datennutzungsprotokolle und die Möglichkeit, Datenfreigaben zu widerrufen.
Zentral für die Realisierung des Vorhabens ist ein rechtlich abgesichertes Mandat aus der Politik, neue digital gestützte Versorgungsformen zu entwickeln. Dies umfasst insbesondere die Erprobung telemedizinischer Versorgungspfade über Sektorengrenzen hinweg, den Einsatz KI-gestützter Diagnostik unter kontrollierten Bedingungen sowie die Erhebung und Verknüpfung von Versorgungsdaten für Forschung und Qualitätssicherung – eingebettet in Konzepte für Patientensicherheit und Datenschutz. Grundsätzlich muss das Experimentieren in einem strukturierten und sicheren Rahmen erlaubt sein (Regulatory Sandbox).
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Aufbau einer regionalen Interoperabilitätsschicht („Lausitz Spine“) als Austauschplattform für Daten aus Krankenhäusern, Praxen, Pflege, MVZ, Notfall-Leitstellen und ÖGD auf Basis eines harmonisierten Terminologie-Sets.
- Aufbau eines regionalen Gesundheitsdatenraums zur Verknüpfung klinischer, ambulanter und pflegerischer Daten sowie von Daten aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst und den Notfall-Leitstellen. Betrieb durch MUL – CT als Infrastrukturdienstleister und unabhängiger Datentreuhänder.
- Aufbau eines Gesundheitsportals und Integration der ePA als zentrales Portal für Bürgerinnen und Bürger und Behandelnde in der Lausitz inklusive Identitätenmanagement EUDI-Wallet.
- Aufbau und Betrieb einer Telemedizinplattform als zentrale digitale Basis für telemedizinische und pflegerische Leistungen, auch als Service für regionale Partner.
- Aufbau einer Governance unterhalb des Innovations- und Netzwerkrates, u.a. mit Elementen einer Digitalen Leitstelle Modellregion, einem interprofessionellen Board für verbindliche Standards und einer Struktur zur Abstimmung der Data-Governance.
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Score im Digitalradar und damit verbundenes EMRAM-Level
- Nutzungsumfang (Volumen und Anzahl der Zugriffe) von Gesundheitsportal und Telemedizinplattform
- Angeschlossene Geräte und Datenaustauschvolumen über Plattform für Vernetzung von Gerätedaten
- Nutzungsraten für Clinical-Decision-Support-Systeme
- Inbetriebnahme und Nutzung des Klinischen Koordinationszentrums, u.a. für die Bettenbelegungssteuerung
- Anzahl von robotergestützten Lösungseinheiten im klinischen Echtbetrieb
Der Innovationsraum für digitale Technologien in der Gesundheitsversorgung in Deutschland
Die MUL – CT ist in einmaliger Weise positioniert, um digitale Innovationen und deren Translation in die klinische Praxis voranzutreiben. Als Neugründung, die Forschung, Lehre und Krankenversorgung im Integrationsmodell unter einem Dach vereint, kann sie digitale Strukturen von Beginn an durchgehend verankern – digital-by-design. Mit der Modellregion Gesundheit Lausitz entsteht dabei ein einzigartiger Innovationsraum, in dem datenbasierte Versorgungsmodelle, Telemedizin und KI-gestützte Diagnostik unter realen Bedingungen erprobt und skaliert werden können. Das Land Brandenburg hat der MUL – CT im Brandenburgischen Universitätsmedizingesetz den expliziten Auftrag erteilt, mit den Forschungsschwerpunkten Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens einen Beitrag zur Modernisierung des Gesundheitssystems in ganz Deutschland zu leisten. Mit dem Aufbau eines Innovationsraums für digitale Anwendungen und der engen Verknüpfung mit einem unternehmerischen Ökosystem adressiert die MUL – CT eine strukturelle Lücke im deutschen Wissenschafts- und Versorgungssystem. Dabei werden Daten außerhalb einer Metropolregion zusammengeführt und versorgungsbezogene Innovationen für die Lausitz und aus der Lausitz heraus auch für andere vergleichbare Regionen nutzbar gemacht.
Für die Entwicklung, Förderung und Skalierung digitaler Innovationen im Gesundheitsraum baut die MUL – CT ein bisher in Deutschland einmaliges, darauf konzentriertes Translationssystem auf. Im Zentrum steht unter der Überschrift From Bits to Bedside eine Translationskette, die sich von interprofessionellen und interdisziplinären Teams in der Forschung über Prototyping, Proof-of-Concept und Real Data Feedback bis zu skalierten Anwendungen und der Überführung in die Routine von Prävention und Klinik sowie zu Ausgründung, Unternehmensentwicklung und Skalierung im Markt erstreckt. Die Translationskette sieht Mechanismen in beide Richtungen vor: aus der Forschung zu digital gestützten Innovationen (From Bits) in die stabile klinische Anwendung (to Bedside), aber auch mithilfe der gesammelten Daten und aus den Bedarfen der klinischen Versorgung zurück an die Forschenden.
Die MUL – CT unterstützt dieses Translationssystem durch Programme und Investitionen:
- MUL Innovation Academy – Innovationsprogramm an der MUL – CT und in der Modellregion, u.a. mit Intrapreneurship-Programmen sowie Vernetzungs-, Informations- und Bildungsformaten
- MUL Rapid Innovation Hub – Digital-Inkubator inkl. Zugang zu Testumgebungen und Unterstützung bei Proof-of-Concept, Prototyping und Pilotierung
- MUL Digital Innovation Infrastructure – digitale Technologien für Innovationen wie Datenplattformen, Test- und Entwicklungsumgebungen, Virtual- und Simulationsräume sowie Gebäudeinfrastruktur (Medical Accelerator MED-ACC)
- Startup Lausitz Accelerator – etabliertes Accelerator-Programm mit Schwerpunkt Healthcare, u.a. mit Informations-, Beratungs- und Vernetzungsangeboten und als zentraler Zugangspunkt zur MUL – CT für Skalierung, Produktentwicklung und Spin-offs
- MUL Innovation Services – Kontakt-, Beratungs- und Informationsangebote entlang der Translationskette, u.a. zu Finanzierung, Regulatorik, IP und Zugang zu Forschungsinfrastruktur (interdisziplinäre Studienzentrale, Ethik-Kommission, Treuhandstelle für Datennutzung)
MUL – CT-Translationssystem für digitale Innovationen im Gesundheitsbereich
Das Translationssystem ist offen für Innovierende aus der Modellregion, Start-ups im Bereich Digitalisierung und Gesundheitsversorgung sowie etablierte Industrieunternehmen aus der Gesundheitswirtschaft. Es ist das mittelfristige Ziel, die Investitionen der MUL – CT und des Landes Brandenburg durch Investitionen aus der Wirtschaft und von Kooperationspartnern zu verstärken und damit diesen Innovationsraum auszubauen.
Für die Umsetzung dieser Ziele prägt die MUL – CT folgende Differenzierungsmerkmale aus:
- Zentraler Service und Geschwindigkeit – ein zentral orchestrierter Innovationsservice als zentraler Kontaktpunkt für interne und externe Ansprechpartner, der in der Zusammenarbeit mit Forschung und Klinik vermittelt.
- Zugang zum Innovationsraum der MUL – CT und der Modellregion Lausitz – mit regulatorischen Experimentierklauseln für innovative digitale Anwendungen und etablierten Governance-Strukturen wie dem Innovations- und Netzwerkrat.
- Unterstützung durch Digitale Infrastruktur für Innovationen – integrierte Daten aus Plattformen, virtuelle Test- und Simulationsumgebungen, geschützte Entwicklungsumgebungen und der MED-ACC als Gebäudeinfrastruktur.
- Kooperationen – Vernetzung mit Einrichtungen für Technologietransfer (u.a. BTU Cottbus-Senftenberg und Hasso-Plattner-Institut), unternehmerischen Ökosystemen (u.a. Potsdam Science Park, Startup Lausitz Netzwerk) und dem öffentlichen Gesundheitsbereich (u.a. Robert-Koch-Institut, Klinisch-epidemiologisches Krebsregister Brandenburg-Berlin).
- Förderprogramme und Vernetzung mit Kapitalgebern – attraktive Förderprogramme des Landes Brandenburg für Pre-Seed- und Seed-Finanzierungen und Kontaktformate mit privaten Kapitalgebern (VC, Business Angels).
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Auf- und Ausbau der MUL Innovation Services für Unterstützung und Beschleunigung entlang der Translationskette sowie Zugang zur Forschungsinfrastruktur
- Etablierung und Entwicklung der MUL Digital Innovation Infrastructure inkl. des MED-ACC
- Ausbau der MUL Innovation Academy als Innovationsprogramm an der MUL – CT und in der Modellregion
- Fortführung und Weiterentwicklung des etablierten Startup Lausitz Accelerators mit Schwerpunkt auf Start-ups aus dem Healthcare-Bereich
- Aufbau MUL Rapid Innovation Hub als Digital-Inkubator
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Anzahl von Vorhaben, Projekten und Ausgründungen entlang der MUL – CT-Translationskette mit Beteiligung von Personal aus der MUL – CT oder originär aus der Modellregion
- Anzahl von Start-ups und Industrieunternehmen mit Aktivitäten im MUL – CT-Translationssystem
- Anzahl von Patientinnen und Patienten der MUL – CT und Menschen aus der Modellregion mit Zugang zu innovativen digitalen Technologien über Innovationsprojekte
- Langfristig: Anzahl Spin-offs aus dem MUL – CT-Translationssystem
- Anzahl Patente mit Beteiligung der MUL – CT
Digitalisierung für eine bessere Patientenversorgung auf dem Kerncampus
Die digitale Unterstützung des klinischen Betriebs auf dem Kerncampus der MUL – CT ist ein zentrales strategisches Handlungsfeld. Das übergeordnete Ziel ist es, den klinisch Beschäftigten auf dem Kerncampus moderne digitale Technologien für eine sichere, qualitativ hochwertige und effiziente Diagnostik und Therapie entlang von interprofessionell angelegten Patientenpfaden anzubieten. Digitale Technologien sind dabei auch zentral, um die notwendigen Brücken sowohl in die Modellregion als auch in die Forschung zu schlagen.
Das Klinikum der MUL – CT hat in den letzten Jahren in der Digitalisierung stark aufgeholt und liegt diesbezüglich nun im guten Durchschnitt im Vergleich großer Maximalversorger in Deutschland. Das reicht noch nicht, um als Medizinische Universität insgesamt eine echte Vorreiterrolle einnehmen zu können. Die Entwicklung der letzten Jahre wurde unter der Überschrift des Digitalen Leitkrankenhauses orchestriert und vom Land Brandenburg sowie aus dem Bundeshaushalt gefördert. Dieser Weg wird fortgesetzt. Dabei ist klar, dass dies den Beschäftigten im Klinikalltag viel abverlangt und in der Vergangenheit teilweise Ambitionen formuliert wurden, die im Abgleich mit der Klinikrealität zu Ernüchterung und Frustration geführt haben. Aus diesen Erfahrungen hat die MUL – CT konkrete Konsequenzen gezogen. Digitalisierung für den klinischen Alltag wird sich eng am medizinischen Bedarf und an den Anforderungen der Nutzenden aus allen beteiligten Professionen orientieren.
Mittelfristig werden folgende Teilziele für die Digitalisierung des klinischen Kerncampus verfolgt:
- Modernisierung der Krankenhausinformationssysteme (KIS) – grundlegende Erneuerung der Architektur, um den klinischen Arbeitsprozess optimal digital zu unterstützen, Daten entlang der Diagnostik- und Behandlungspfade strukturiert zu erfassen und Qualität sowie Sicherheit zu erhöhen. Applikationslücken sollen geschlossen und papierbasierte Arbeitsschritte abgelöst werden (u.a. durchgehende Medikation, PDMS, Monitoring- und Alarmmanagement, digitale Befundübermittlung). Im Zentrum steht eine flexible, skalierbare Plattformarchitektur mit neuem Technologie-Stack (Containerisierung, CI/CD, Hochverfügbarkeit), technischer Applikationsschicht und konsequenter Ausrichtung auf standardisierte APIs.
- Digitale Vernetzung von Gerätedaten aus Diagnostik und Therapie – Einbindung von Systemen aus Bildgebung, Funktionsdiagnostik und Monitoring in eine interoperable Gesamtarchitektur (IoT-Integrationsschicht). Ziel ist ein durchgängiger, standardisierter Datenaustausch (u.a. HL7 FHIR und IHE-Profile). Damit wird die Basis geschaffen, auch externen Leistungserbringern und Patientinnen und Patienten mit Wearables eine sichere Schnittstelle anzubieten.
- Clinical-Decision-Support-Systeme und Künstliche Intelligenz – schrittweise Bereitstellung von CDSS, zum Teil KI-gestützt, zur Steigerung von Patientensicherheit, Qualität und Effizienz. Umsetzung und Entscheidungen bleiben in allen Fällen Aufgabe der verantwortlichen Behandelnden. Zentrale Bausteine sind der Ausbau des Clinical Data Repository (CDR), die Verbindung von Daten aus Klinik und Forschung sowie die Einbettung von KI.
- Robotik auf dem Kerncampus – Aufbau als eigenes Innovationsfeld, um den Klinikbetrieb bei Eingriffen, Pflege, Logistik und Versorgung zu entlasten und Präzision und Sicherheit zu steigern. Etabliert wird eine offene, herstellerneutrale Robotikinfrastruktur (u.a. robotische Assistenzsysteme im OP, semi-autonome Transport- und Logistiklösungen).
- Digitales Klinikkoordinationszentrum – Aufbau einer 360°-Patientensteuerungs- und Ressourcenplattform für eine integrierte Sicht auf Patientenwege, Ressourcen und Prozesse über alle Sektoren und Standorte hinweg; Grundlage für ein regionales Koordinationszentrum und für Krisen- und Ausfallszenarien.
Die Maßnahmen setzen ein gutes Ineinandergreifen des klinischen Betriebs und der baulich-technischen Infrastruktur voraus; die Umsetzung wird eng mit der Baumasterplanung der MUL – CT abgestimmt. Die erfolgreiche Digitalisierung erfordert zudem einen systematischen Kompetenzaufbau der Mitarbeitenden in Medizin, Pflege, Verwaltung, IT und Technik, flankiert durch strukturierte Schulungs- und Qualifizierungsprogramme.
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Modernisierung der Architektur der Krankenhausinformationssysteme (KIS) hin zu einer modularen, hochintegrierten, offenen Plattformarchitektur
- Etablierung von Gesundheitsportal und Telemedizinplattform
- Etablierung einer Integrationsschicht für die Vernetzung von System- und Gerätedaten aus Bildgebung, Monitoring und Funktionsdiagnostik (IoT-Plattform)
- Aufbau einer offenen, herstellerneutralen Robotikinfrastruktur mit Anwendungsfällen im OP und in der Logistik
- Schrittweise Einführung und Erweiterung von Clinical-Decision-Support-Systemen einschließlich der Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Klinikalltag
- Etablierung eines Klinischen Koordinationszentrums für die Steuerung von Patientinnen und Patienten sowie von Ressourcen auf dem klinischen Kerncampus
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Score im Digitalradar und damit verbundenes EMRAM-Level
- Nutzungsumfang (Volumen und Anzahl der Zugriffe) von Gesundheitsportal und Telemedizinplattform
- Angeschlossene Geräte und Datenaustauschvolumen über Plattform für Vernetzung von Gerätedaten
- Nutzungsraten für Clinical-Decision-Support-Systeme
- Inbetriebnahme und Nutzung des Klinischen Koordinationszentrums, u.a. für die Bettenbelegungssteuerung
- Anzahl von robotergestützten Lösungseinheiten im klinischen Echtbetrieb
Digitalisierung in der Forschung – Inhaltlicher Schwerpunkt und Gelingensfaktor
Die Forschung nimmt in der Digitalstrategie eine Doppelrolle ein: Durch die beiden gesetzlich vorgegebenen Forschungsschwerpunkte Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens trägt sie zur strategischen Differenzierung bei. Zugleich ist sie ein operatives Handlungsfeld, das in den kommenden Jahren auf- und ausgebaut werden muss. Diese Doppelrolle ist gewollt und spiegelt die Gründungssituation der MUL – CT wider. Dieses Kapitel konzentriert sich auf das methodische Fundament und die operativen Voraussetzungen.
Digitalisierung und Forschung sind an der MUL – CT auf vielen Ebenen miteinander verbunden. Drei Bereiche stehen dabei im Fokus, deren Ziele eng miteinander verzahnt sind:
Forschungsschwerpunkte – Gesundheitssystemforschung und Digitalisierung des Gesundheitswesens sind die beiden gesetzten Forschungsschwerpunkte. Bis zu zehn Professuren mit Digitalisierungsbezug sind bis 2038 allein im Schwerpunkt Digitalisierung vorgesehen. Die inhaltliche Ausgestaltung liegt in den Ressorts Wissenschaft und Digitalisierung sowie bei den Professuren selbst.
Modellregion – bietet eine einzigartige Differenzierung für die Profilierung durch Digitalisierung in den beiden Forschungsschwerpunkten. Hier treffen Versorgungs- und Digitalisierungsforschung auf ihre Anwendung in der Praxis der Patientenversorgung.
Digitale Translation – From Bits to Bedside gelingt nur im engen Zusammenspiel von Forschung, Versorgung und Digitalisierung. Die MUL – CT hat die Chance, diese Translationskette von Grund auf ressortübergreifend aufzubauen.
Für das Gelingen dieser Bereiche setzt die Digitalstrategie den Aufbau des benötigten Fundaments als Ziel. Dies geschieht auf vier Ebenen:
- Aufbau und Bereitstellung integrierter Datenräume
- Aufbau und Betrieb digital gestützter Forschungsinfrastruktur
- Aufbau des regulatorischen Rahmens für die Nutzung digitalisierter Daten und Technologien
- Unterstützung von Forschung allgemein als Service für Vernetzung und Zugang zu Technologien

Digitalisierung und Forschung – gemeinsame Gestaltung und Fundament
Zu den zentralen Bestandteilen zählen:
- Der Aufbau integrierter Datenräume, u.a. in Form einer Interoperabilitätsplattform, und die Etablierung von Standards für Technik, Syntax und Semantik im Datenintegrationszentrum (DIZ) inkl. der Pflegeinformatik
- Die Einrichtung einer Koordinierungsstelle Digitale Vernetzung als zentrale Anlaufstelle für Service und Unterstützung für Forschende mit Digitalbezug
- Der Aufbau und Betrieb zentraler digitaler Forschungsinfrastruktur (Core Digital Research Infrastructure), u.a. Virtual Hospital Lab, Simulationszentrum, telemedizinisches Forschungszentrum und Entwicklungsumgebungen
- Der Aufbau und Betrieb einer Treuhandstelle für die Verwendung von Daten
- Die Setzung des regulatorischen Rahmens, u.a. durch Experimentierklauseln und Richtlinien für die Nutzung Künstlicher Intelligenz
- Die Bereitstellung performanter Basisservices, u.a. Rechenleistung in segmentierten Cloudlösungen, einheitliche Plattformen und performante Netzwerklösungen
Zentrale regulatorische Voraussetzungen für innovative Digitalisierung für die Forschung
Erweiterung der rechtlichen Möglichkeiten zur Verarbeitung und Verknüpfung vorhandener Daten für Forschung (u.a. Registerdaten, KV-Daten); dafür Erweiterung der Erlaubnistatbestände für Datenverarbeitung
Erweiterung der Möglichkeiten der Einwilligung zur Nutzung der Forschungsdaten, bspw. „broad consent“ für Modellregion
Erweiterung der rechtlichen Grundlagen für Experimentierraum für digitale Anwendungen (Herstellerzulassung der MUL – CT für Eigenherstellung digitaler Gesundheitsdatenanwendungen nach MDR/IVDR und EU-AI-Act)
Erweiterung des Behandlungsauftrags um sektorenübergreifende und ambulante Inhalte
Die zentralen Gestaltungsmaßnahmen wurden zusammen mit anderen Forschungsaufgaben in einem eigenen Programm gebündelt: Forschungsbezogener Aufbau der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (FAMeLausitz), das direkt mit der Beantragung und Verwaltung der notwendigen Finanzressourcen verknüpft ist.
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Beitrag zum Aufbau des Forschungsschwerpunkts Digitalisierung und zur Besetzung der Professuren mit Bezug zur Digitalisierung
- Umsetzung der Teilprojekte aus dem FAMeLausitz mit Bezug zur Digitalisierung, u.a.:
- Erweiterung und Ausbau des Datenintegrationszentrums DIZ (TP 2.1)
- Aufbau und Betrieb der Lausitzer Treuhandstelle für Datennutzung (TP 2.3)
- Etablierung der Koordinierungsstelle Digitale Vernetzung (TP 2.5)
- Aufbau und Betrieb des Simulationszentrums (TP 2.6) und des Virtual Hospital Lab (TP 2.9)
- Unterstützung des Aufbaus Pflegeinformatik und Gesundheitsdaten (TP 2.8)
- Unterstützung des Aufbaus der Gesundheitsstudie Modellregion Lausitz (TP 4.1)
- Aufbau Digitales F&E-Monitoring-System (TP 2.11)
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Meilensteine der Teilprojekte aus FAMeLausitz (wie dort im Detail spezifiziert)
- Anzahl der Kooperationspartner für Wissenschaft mit Bezug zur Digitalisierung
- Summe eingeworbener Drittmittel mit Bezug zur Digitalisierung
- Anzahl der Publikationen und Summe der Impact-Faktoren mit Bezug zur Digitalisierung
Aufbau der Lehre – konsequent digital
Die Lehre in der Medizin sowie in den Gesundheitsfachberufen befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Digitale Technologien verändern die Formate und Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung, wie ein Positionspapier des Medizinischen Fakultätentags von Ende 2025 zur „Digitalität in Medizin und Studium“ deutlich macht. Zugleich unterliegen auch die Berufsbilder und deren interprofessionelles Zusammenspiel einem tiefgreifenden Wandel.

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Die MUL – CT begreift diese Veränderungen als Chance. Sie wird die Lehre in der Medizin von Grund auf digital gestalten (digital-by-design). Die deutschlandweit einmalige Chance, den Aufbau der Universitätsmedizin digital gestützt und in allen Aufgabenfeldern gleichzeitig vorzunehmen, bietet Studierenden und Auszubildenden außerordentliche Mehrwerte. Sowohl der Umgang mit innovativen Technologien als auch deren kritische Einordnung im Klinikalltag werden frühzeitig geübt.
Die Digitalisierung in der Lehre verfolgt folgende Ziele:
- Die zukünftigen Ärztinnen und Ärzte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus den Gesundheitsfachberufen erhalten heute die Kompetenzen, die sie für ihren beruflichen Werdegang benötigen (Future Skills). Sie werden in der Lage sein, in interprofessionellen, digital vernetzten Teams zu arbeiten, KI-gestützte Diagnostik kritisch einzuordnen und telemedizinische Versorgungsangebote qualitätsgesichert anzuwenden.
- Diese Kompetenzvermittlung gilt im besonderen Maße für Tätigkeiten in einer interprofessionell organisierten, digital vernetzten Versorgung in ländlichen Regionen. In der Modellregion wird die Aus-, Fort- und Weiterbildung integriert.
- Klassische Lernformen werden mit digital gestützten Lernformen verzahnt. Lernende nutzen digitale Technologien für ihre Ausbildung in Theorie und Praxis; Lehrende werden ausgebildet, um digitale Technologien in der Lehre einzusetzen.
Ein wichtiger Baustein sind digital transformierte Formate, unter anderem adaptive Lernformate für individualisierte Betreuung sowie personalisiertes, zeitnahes Feedback. Zugleich investiert die MUL – CT in den Auf- und Ausbau eines interprofessionellen Simulationszentrums mit virtuellen Patientinnen und Patienten, virtuellen Tutorien und Augmented Learning.
Ein zentrales Ziel ist es, die digitalen Fähigkeiten der Lehrenden und Lernenden zu stärken. Dies umfasst u.a.:
- die Befähigung der Dozierenden und Studierenden, digitale Technologien für das Lehren und Lernen einfach, sicher und effizient (convenient) zu nutzen;
- die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fragestellungen der Digitalisierung, um die Digital Literacy für die spätere Berufstätigkeit zu erhöhen;
- die Stärkung von Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digital gestützten Clinical-Decision-Support-Systemen;
- den geschulten, angemessen kritischen Umgang mit digitalen Technologien und die Sensibilisierung für die damit verbundenen ethischen Herausforderungen.
Die Grundlage der Digitalisierung in der Lehre ist der Aufbau eines Digitalcampus und damit die Bereitstellung einer modernen Lernumgebung zum Start der Lehre ab dem Wintersemester 2026/27. Dies umfasst u.a. digitale Campusmanagement- und Lernmanagementlösungen, den digitalen Studierendenausweis sowie mittelfristig digitale Prüfungsformate und virtuelle Tutorien.
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Aufbau und Betrieb eines zentralen Campusmanagementsystems mit nachgelagerten Planungsfunktionalitäten
- Aufbau und Betrieb eines Lernmanagementsystems mit KI-Lerncoaches und virtuellen Fällen
- Ausbau des interprofessionellen Simulationszentrums mit virtuellen Tutorien in enger Verzahnung mit digitalen Lernressourcen (Teaching Library)
- Etablierung des zentralen Studierendenausweises als Zugang zu allen digitalen und analogen Services für Studierende
- Etablierung eines elektronischen Portfolios zur Kompetenzmessung (360°-Feedback)
- Aufbau moderner digitaler Infrastruktur für den Lehr- und Lernbetrieb
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Inbetriebnahme der notwendigen Grundlagen zum Studienstart im WS 2026/27: Campusmanagementsystem, Lernmanagementsystem und zentraler Studierendenausweis
- Anzahl Tutorien im virtuellen Tutorienprogramm
- Nutzungsgrad des elektronischen Portfolios
- Anzahl und Nutzungsgrad digitaler Prüfungsformate
Digitalisierung der Verwaltungsprozesse für mehr Effizienz
Die Verwaltung der MUL – CT befindet sich im Auf- und Umbau. Ein zentrales Ziel ist die Etablierung einer papierlosen Verwaltung, in der digitale Workflows, möglichst automatisierte Prozessschritte und vernetzte Systeme die Effizienz und Qualität der Verwaltungsarbeit spürbar steigern.
Die wichtigste Maßnahme dafür ist die Umstellung des zentralen Verwaltungssystems (ERP – Enterprise Resource Planning) auf die S/4HANA-Plattform von SAP. Damit wird auch für die Verwaltung der generelle Ansatz realisiert, auf standardisierte zentrale Plattformlösungen zu setzen. Das zweite digitale Großprojekt ist die Schaffung eines HR-Core-Systems im Personalbereich, verbunden mit einer Aktualisierung und Standardisierung der gesamten Systemlandschaft (u.a. digitale Personalakte, Entgeltabrechnung und Zeiterfassung). Eine konsistente Datenbasis erlaubt es, Routineprozesse zu beschleunigen, den Automatisierungsgrad zu erhöhen und Fehlerquellen zu reduzieren. Ermöglicht wird dies u.a. durch die Einführung digitaler Signaturen und die Umstellung auf ein digitales Vertrags- und Dokumentenmanagementsystem.
Gleichzeitig versteht sich die Digitalisierung als Beitrag zu einer modernen, attraktiven Arbeitsumgebung: Mit der Einführung einer digitalen Kommunikations- und Kollaborationsplattform soll die tägliche Arbeit erleichtert werden. Damit wird die Grundlage gelegt, um im nächsten Schritt mit modernen Technologien – einschließlich künstlich intelligenter Systeme und digitaler Agenten – die Produktivität weiter auszubauen.
Begleitend wird die Verwaltung gezielt digitale Kompetenzen ausbauen. Neben der Weiterentwicklung interner Expertenteams stehen Schulungen und Change-Management-Maßnahmen im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Digitale Transformation nicht nur technisch, sondern auch kulturell zu verankern.
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Umstellung auf S/4HANA (u.a. für die Finanzbuchhaltung, den Einkauf und das Controlling)
- Standardisierung der Softwarelandschaft im Personalbereich und Schaffung eines HR-Core-Systems (im Abgleich mit der Digitalstrategie des Geschäftsbereichs Personal)
- Einführung eines digitalen Vertrags- und Dokumentenmanagementsystems (bis 2030)
- Ausbau digitaler Concierge-Dienste für die Arbeitsumgebung (u.a. Selfservices, Automatisierung von Workflows, Nutzung standardisierter KI-Agenten)
- Ausbau einer mobilen Arbeitsumgebung (u.a. Einführung Kollaborationsplattform, Ausweitung mobile Telefonie/Videotelefonie, Ausbau Remote-Working)
- Umstellung auf digital unterstützte Workflows und Einführung der digitalen Signatur
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Abgeschlossener Roll-out von S/4HANA
- Abgeschlossene Etablierung eines HR-Core-Systems
- Nutzungsgrad eines digitalen Vertrags- und Dokumentenmanagementsystems
- Nutzungsgrad der digitalen Kommunikations- und Kollaborationsplattform
- Einführung der digitalen Signatur
- Anzahl und Akzeptanz etablierter digitaler Workflows und Selfservices (u.a. mit Messgrößen zur Durchlaufmessung der Prozessdauer)
Eine leistungsfähige und sichere IT-Infrastruktur
Das technische Fundament der Digitalstrategie ist eine leistungsstarke und sichere IT-Infrastruktur. Dies umfasst neben Hardware und Netzwerk auch den fortlaufenden Betrieb. Die IT-Infrastruktur ermöglicht die Erreichung der Ziele in den beiden Differenzierungsbereichen und den operationalisierenden Handlungsfeldern (Enabler). Der Übergang von der bisherigen IT-Infrastruktur eines lokalen Maximalversorgers hin zu den Anforderungen einer Universitätsmedizin und der Modellregion stellt in dreierlei Hinsicht eine besondere Herausforderung dar: der Grad der Komplexität steigt deutlich; viele umfassende Vorhaben erfolgen gleichzeitig und parallel zum laufenden Betrieb; und die verfügbaren digitalen Technologien entwickeln sich mit hoher Geschwindigkeit weiter.
Die handlungsleitenden Prinzipien für den Aufbau und die Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur sind:
- Resilienz – Bereitstellung und Weiterentwicklung einer performanten und ausfallsicheren Technologiebasis, u.a. mit Schwerpunkt auf Managed Services und hohem Automatisierungsgrad
- Interoperabilität – Konzentration auf wenige, zentrale Plattformtechnologien und Orientierung an etablierten, industrieweiten IT-Standards
- Skalierbarkeit – effiziente und einfache Anpassbarkeit der IT-Technologien an die Bedarfe (u.a. mit segmentierten Cloud-Lösungen)
- Innovation – aktive Bereitstellung von Lösungen nach dem Stand der Technik, d.h. auch Ermöglichung der sicheren Nutzung Künstlicher Intelligenz
- Informationssicherheit – Gewährleistung eines hohen Schutzlevels für die kritische Infrastruktur und hochsensible Daten sowie Minimierung von Cyberrisiken
In der Umsetzung liegt ein Schwerpunkt auf einer segmentierten Multi-Cloud-Struktur. Das langfristige Ziel ist es, der MUL – CT und den Akteuren in der Modellregion möglichst Healthcare-as-a-Service (HaaS) über abgeschichtete Cloud-Lösungen anzubieten.

Für Aufbau und Betrieb der IT-Infrastruktur werden Kooperationen mit ausgewählten externen Partnern eingegangen – öffentliche Einrichtungen aus Regulatorik und Wissenschaft ebenso wie in der Region verankerte Wirtschaftsunternehmen. Die Entwicklung und der Betrieb der IT-Infrastruktur wurden unter dem Programmtitel Infra 2.0 zusammengefasst.
Was wird in den kommenden Jahren konkret umgesetzt?
- Aufbau einer Plattforminfrastruktur inkl. Kommunikationsserverarchitektur zur Vernetzung der Gesundheitsdaten an der MUL – CT und in der Modellregion
- Aufbau eines Angebots zum Identitätenmanagement, u.a. als EUDI-Wallet
- Bereitstellung von Basisservices über Cloud-Infrastruktur (segmentiert nach Private, Public und Sovereign Cloud) für Forschung, Lehre, Patientenversorgung und Verwaltung
- Aufbau einer digitalen Umgebung für Kommunikation und Kollaboration
- Campusweiter Ausbau der LAN- und WLAN-Infrastruktur, Aufbau einer ausfallsicheren WAN-Anbindung für Internet und Telefonie und Erweiterung mobiles Breitband (u.a. 5G+)
- Aufbau von IT-Service-Management inkl. Dienstleistungssteuerung (inkl. SLAs, Steuerungsmechanismen und Monitoring)
- Aufbau Single-Sign-On (SSO), insbesondere für klinische Anwendungen
Woran messen wir Erfolg? Kennzahlen und Meilensteine
- Anzahl Gesundheitsversorger aus der Region mit aktiv genutzter Anbindung an Plattform
- Etablierung einer Selfservice-Plattform für die Bereitstellung von Cloud-Services (u.a. gemessen an der Anzahl virtueller Clients oder Cluster/Nodes/Anwendungen über Kubernetes)
- Performance, Ausfallzeiten und Skalierbarkeit für Kommunikationsserverstruktur
- Anzahl Anwendende mit Nutzung der MUL-internen Kollaborationsplattform
- Etablierung einer segmentierten LAN- und WLAN-Infrastruktur (u.a. gemessen an Abdeckung bzw. Verfügbarkeit von WAN und WLAN)
- Roll-out-Grad von Single-Sign-On (SSO)
Fokusthema Informationssicherheit
Die MUL – CT ist Teil der kritischen Infrastruktur Deutschlands (KRITIS) und unterliegt den strengen Anforderungen der NIS-2-Richtlinie (zweite EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit). Sie ist wie alle Einrichtungen dieser Größenordnung kontinuierlich wiederkehrenden Cyberattacken ausgesetzt. Die Aufrechterhaltung des Betriebs auch in Krisen- und Ausfallszenarien hat höchste Priorität. Die Gestaltung der Informationssicherheit nimmt die Rolle eines Ermöglichers (Digital Enabler) ein und folgt drei Prinzipien:
- Resilienz der Gesamtorganisation mit Einbezug aller Mitarbeitenden, insbesondere durch Schulung und Sensibilisierung
- Security-by-Design als Standard bei der Konzeption und Umsetzung von Projekten
- Risikoadaptierte Entscheidungen statt statischer Regeln – ausgerichtet an Daten und Zielen
Zentrale Maßnahmen für die Steigerung der Informationssicherheit
- Aufbau einer Zero-Trust-Architektur (Prinzip: kontinuierliche Prüfung des Vertrauenslevels)
- Entwicklung der Fähigkeit zum Umgang mit KI und KI-bezogener Sicherheit (KI-Sicherheitszentrum, u.a. mit KI-Leitlinien und KI-Governance-Struktur)
- Stärkung der Ausfall- und Notfallmanagementsysteme (u.a. Erfassung kritischer Geschäftsprozesse, Geschäftsfortführungspläne und Ersatzverfahren)
- Stärkung der Informationssicherheit bei (1) Cloud-Technologien (starke Authentisierung, Segmentierung), (2) Daten (Datenklassifizierung, Data-Loss-Prevention) und (3) Identitäten (Multi-Faktor-Authentifizierung, Single-Sign-On)
- Ausbau der Fähigkeiten zur Anomalie- und Angriffserkennung (u.a. durch Betrieb von SIEM und eines hybriden Security Operation Centers)
Realisierungskompetenzen als Fundament für die Umsetzung der DigitalstrategieRealisierungskompetenzen
Die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalstrategie werden maßgeblich durch die Umsetzungsstärke der Organisation bestimmt. In der Gesamtschau der Ziele und Programme steht die MUL – CT im Vergleich mit ähnlich großen Organisationen vor einer außergewöhnlich anspruchsvollen Aufgabe im Bereich der Digitalisierung. Die Kompetenz zur Realisierung der zahlreichen Vorhaben ist deshalb von zentraler Bedeutung. Sie wird als strategische Kernkompetenz (Core Competence) eingeordnet und aktiv von den Führungskräften im Ressort Digitalisierung gestaltet.

Die Realisierungskompetenz resultiert aus dem Zusammenwirken von sechs Faktoren zur Steuerung der Vorhaben, der Verfügbarkeit von Ressourcen und der Verankerung der Digitalisierung in der Organisationskultur.
- Governance-Strukturen – Für die Umsetzung der Digitalisierungsvorhaben werden knappe, zentrale Ressourcen priorisiert. Nicht alle Vorhaben werden umsetzbar sein. Diese Priorisierung muss in gemeinsam verantworteten Steuerungs- und Entscheidungsstrukturen erfolgen, gemeinsam mit den Führungskräften aus Wissenschaft, Klinik und Verwaltung. Die Strukturen müssen es auch erlauben, neue Ideen niedrigschwellig zu pilotieren und zeitkritische Themen schnell zu realisieren. Der Aufbau vorstandsressortübergreifender, robuster Governance-Strukturen ist Ziel der kommenden Monate.
- Projekt-Portfolio-Management – Eng verzahnt mit der Governance ist die operative Steuerung des Projektfortschritts, der Investitionsmittel und der Ressourcen. Bereits heute wird an einer mittleren zweistelligen Zahl an Vorhaben gleichzeitig gearbeitet. Für die Steuerung wird das Projekt-Portfolio-Management ausgebaut, inklusive Methodik, Werkzeugen (Tools) und Fähigkeiten (Skills).
- Internes Ressourcenmanagement – Interne Expertinnen und Experten sind die knappste und wertvollste Ressource. Die MUL – CT investiert in Gewinnung, Halten und Entwicklung von Personal, u.a. durch gezielte Aus- und Weiterbildung, Kompetenzerweiterung und strukturierte Karrierepfade, in enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich Personal.
- Externe Partner und Kooperationen – Kooperationen schaffen zusätzliche Umsetzungsmöglichkeiten und Zugang zu Kompetenzen und Technologien. Es gilt, explizite und nachvollziehbare Make-or-Buy-Entscheidungen zu treffen und Kooperationen aktiv zu steuern – mit nachhaltiger regionaler Verankerung sowie Partnern aus dem öffentlichen Bereich (u.a. BTU Cottbus-Senftenberg, Hasso-Plattner-Institut).
- Geschäftsprozessorientierung – Das Integrationsmodell schafft die Grundlage, Silos zu verhindern. Realisiert wird dies durch prozessorientierte Verantwortlichkeiten (Prozessverantwortliche, -betreuende und -durchführende). Der Erfolg der Digitalisierungsvorhaben wird ebenso von den Anwendenden und Nutzenden verantwortet wie vom Ressort Digitalisierung und der IT.
- Change-Management / Transformationsbegleitung – In hoher Geschwindigkeit und auf vielen Ebenen verändert sich die MUL – CT. Die Beschäftigten sind die entscheidende Schnittstelle zwischen der Digitalstrategie und den Patientinnen und Patienten. Dafür werden strukturierte Elemente des Change-Managements etabliert oder ausgebaut – in der Kommunikation, der Fort- und Weiterbildung, der Vertiefung von Anwendungskompetenzen und im Bereich der Führungsstrukturen. Zentral ist eine Kultur des agilen Umgangs mit dem Wandel (Digital Literacy).
Die Entwicklung der Kernkompetenz Realisierung wird als kontinuierliche Aufgabe für die Führungskräfte des Ressorts Digitalisierung und der Gesamtorganisation verstanden. Der genaue Entwicklungspfad und die Einzelmaßnahmen werden regelmäßig bewertet und angepasst.
Die MUL–CT in Zahlen
- Rund 4.200 Mitarbeitende; Perspektive: + 1.300 Stellen
- Mehr als 20 Kliniken, 3 Sektionen, 4 Institute, 1 Sozialpädagogisches Zentrum
- Akademie mit über 820 Auszubildenden
- Jährlich ca. 35.000 stationäre und über 120.000 ambulante Patientinnen und Patienten
- Kolleginnen und Kollegen aus mehr als 60 Nationen
- Campusfläche der Größenordnung von rund 24 Fußballfeldern
- Planung und Bau eines neuen Campus
- Wintersemester 2026: 36 Studierende starten im Modellstudiengang Humanmedizin
- Bis 2040: 1.200 Studienplätze
- Aufbau von 80 W3-Professuren, davon 10 innerhalb des Forschungsschwerpunkts Digitalisierung des Gesundheitswesens
Impressum
Herausgeber:
Martin Peuker, Digitalisierungsvorstand
Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem
Thiemstr. 111, 03048 Cottbus
Redaktion:
Mayra Kerkhoff (Projektleitung MUL – CT)
Andreas Mörtel (moertel management consulting)
Prof. Dr. Franziska Bathelt
Frank Engelking
Sven Kleemann
Michael Mallach
Grit Rehe
Team Digitalisierung und
Digitalbeirat MUL – CT
Gestaltung und Lektorat Druckversion: pi-ar GmbH
Stand: April 2026
Vollständiges Dokument
Digital by Design — Vollständige Strategie: Roadmap, Quellenverzeichnis, Zielbild 2038, Phasenplan und technische Architektur als vollständiges PDF-Dokument.

Interaktiv Entdecken: Die Strategie als vernetzte Region erleben.
Das interaktive Wimmelbild macht sichtbar, wie Bürgerinnen und Bürger, Fachkräfte, Partner und Investoren von einer digitalen Gesundheitsregion profitieren. Entdecken Sie einzelne Perspektiven in Ruhe, wenn Sie tiefer einsteigen möchten.
Autorinnen und Autoren: Menschen hinter der Digitalstrategie.
Die Strategie wurde interdisziplinär entwickelt. Sie verbindet medizinische Versorgung, Forschung, digitale Infrastruktur und regionale Umsetzungskompetenz.
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Martin Peuker
DigitalisierungsvorstandMit der Position des Digitalisierungsvorstands verantwortet Martin Peuker die strategische digitale Ausrichtung der MUL–CT und ihre Verzahnung mit der Modellregion Gesundheit Lausitz. Die Digitalstrategie bildet dabei den verbindlichen Rahmen und gibt die Leitlinien für die digitale Transformation in Krankenversorgung, Forschung, Lehre und Verwaltung vor. Auf dieser Grundlage steuert er zentrale Handlungsfelder in den Bereichen datenbasierte Versorgung, Innovation, Interoperabilität sowie Künstliche Intelligenz und schafft die organisatorischen Voraussetzungen für eine nachhaltige Umsetzung. Ein Schwerpunkt liegt auf Kooperationen mit Wissenschaft, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Politik. Ziel ist es, die MUL–CT als digitales Leitkrankenhaus und die Lausitz als Modellregion für vernetzte Gesundheitsversorgung zu etablieren.
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Prof. Franziska Bathelt
Leiterin des Datenintegrationszentrums der MUL-CTFranziska Bathelt ist Professorin für intersektorale Interoperabilität und Sekundärdatennutzung im Gesundheitswesen sowie Leiterin des Datenintegrationszentrums der MUL–CT. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie eine regionale Interoperabilitätsplattform, die den sicheren und effizienten Austausch von Gesundheitsdaten ermöglicht. Im Fokus ihrer Arbeit stehen die technische Vernetzung von Gesundheitsakteuren, die Sicherstellung eines einheitlichen Datenverständnisses sowie die Optimierung organisatorischer Abläufe durch die automatisierte Analyse von Routinedaten. Ziel ist es, einen Kreislauf aus Versorgung, Forschung und Innovation zu etablieren, der die Grundlage für eine datengetriebene Digitalisierung der Modellregion und eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung schafft.
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Frank Engelking
InformationssicherheitsbeauftragterFrank Engelking verantwortet als alle Belange im Hinblick auf Informationssicherheit für die MUL-CT samt Tochtergesellschaften. Er agiert als Chief Information Security Officer (CISO) und managed IT-Risiken des Unternehmens im Sinne des Vorstandes. Er betreibt ein Informationssicherheitsmanagementsystem und überwacht die IT-Security-Compliance in der MUL-CT. Insbesondere werden die Anforderungen aus NIS2 in Verbindung mit der deutschen Sicherheitsgesetzgebung als Betreiber einer kritischen Infrastruktur (KRITIS) umgesetzt. Die Sensibilisierung aller Mitarbeiter der MUL-CT ist eine wichtige Aufgabe der Informationssicherheit um neben technischen Maßnahmen die Ziele der Informationssicherheit zu gewährleisten.
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Sven Kleemann
Abteilungsleiter Medizintechnik, Informatik und DigitalisierungDer Chief Information Officer (CIO) Sven Kleemann der MUL-CT verantwortet in seiner Funktion den Aufbau, Betrieb und die strategische Weiterentwicklung der zentralen IT‑Infrastruktur für die Universitätsmedizin, die akademischen Einrichtungen sowie die Versorgung und Modellregion. Der Aufgabenbereich stellt somit sicher, dass die digitale Zukunft auf einer leistungsfähigen, hochverfügbaren und sicheren IT‑Infrastruktur aufsetzt und konsistent in die bereits bestehende sowie geplante IT‑Landschaft integriert wird. Dies umfasst insbesondere die Gewährleistung von Skalierbarkeit, Betriebssicherheit und Interoperabilität sowie die frühzeitige Berücksichtigung technischer Abhängigkeiten und Voraussetzungen.
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Michael Mallach
Abteilungsleiter Digitalisierung und Innovation (D&I)Als Leiter der Abteilung D&I verantwortet Michael Mallach die strategische Gestaltung der digitalen Transformation und Innovationsentwicklung an der MUL–CT. Im Mittelpunkt stehen die Steuerung zentraler Digitalisierungsprogramme, der Aufbau nachhaltiger Strukturen für digitale Gesundheitslösungen sowie die Förderung von Innovations- und Gründungsvorhaben. Gemeinsam mit klinischen, wissenschaftlichen und externen Partnern schafft die Abteilung die Voraussetzungen, damit aus Ideen tragfähige Prototypen, erfolgreiche Start-ups und wirksame Versorgungslösungen für die Lausitz entstehen. Michael Mallach ist auch für die Leitung der Thiem Research GmbH verantwortlich, deren Schwerpunkt in der Begleitung und Durchführung von Innovations- und Transferprogrammen liegen.
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Grit Rehe
Abteilungsleiterin Projekt- und Prozessmanagement (PPM)Mit der Abteilung PPM verantwortet Grit Rehe die erfolgreiche Umsetzung von Initiativen, die Versorgung, Forschung, Lehre und Verwaltung gleichermaßen betreffen. Im Fokus stehen die Steuerung digitaler Vorhaben, Prozessoptimierungen und die Projektbegleitung von der ersten Idee bis zur erfolgreichen. Transformation verstehen sie und ihr Team als einen Weg, der nur mit den Menschen gelingt: zuhören, Bedarfe erkennen und Lösungen entwickeln.
Ergänzt wird das strategische Portfolio- und Prozessmanagement durch Kompetenzen im Change- und Kommunikationsmanagement. Ziel ist es, eine digitale Zukunft zu gestalten, die technologische Exzellenz mit menschlicher Nähe verbindet – ein Wandel, der Versorgung, Forschung und Innovation zusammenführt und die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessert.